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Auftakt zum Jubiläum

Mit einem grossen Festakt ist in der Deutschschweiz das Jubiläum «500 Jahre Reformation» gestartet.

500 Jahre Reformation – Jubiläumsauftakt Deutschschweiz

Spitzen von Staat und Kirche betonen die Bedeutung der Freiheit in unserer Zeit

Mit einem grossen Festakt beim Zürcher Grossmünster startete am 5. Januar in der Deutschschweiz das Jubiläum «500 Jahre Reformation». Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Kirchenbundpräsident Gottfried Locher, die Co-Präsidenten des Patronatskomitees, hoben in ihren Eröffnungsreden die Bedeutung der Freiheit, wie sie in der Reformation angelegt ist, hervor. Freitag und Samstag findet im Hauptbahnhof Zürich ein Jubiläumsanlass mit verschiedenen Veranstaltungen statt. Im Zentrum der Zürcher Feierlichkeiten steht die Frage, wie der reformatorische Freiheitsgedanke in die heutige Zeit übertragen werden kann.

Für Bundesrat Johann Schneider-Ammann befindet sich die Welt – wie zu Zeiten der Reformation – im Umbruch. Diesmal jedoch propagierten rückwärtsgewandte Kräfte Ideen und Überzeugungen, die sich mit den Werten der Reformation beissen würden: Technologie- und Wissenschaftspessimismus oder Antiliberalismus seien wieder en vogue. «Die erste Globalisierung und die Reformation haben uns viel gegeben, was unsere Zeit auf diesem Planeten lebenswerter und intensiver macht. Wir sollten uns hüten, unter dem Druck des heutigen Umbruchs und der Verunsicherung, die sie mit sich bringt, diese Errungenschaften des menschlichen Geistes einfach zu verschenken», sagte Bundesrat Schneider-Amman in seiner Festrede.

Wie wichtig der reformatorische Aspekt der Freiheit in diesem Jubiläumsjahr ist, betonte auch der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, Gottfried Locher. Die Reformation habe den modernen Staat und die liberale Gesellschaft massgebend mitgeprägt und so eine kulturelle Gemeinsamkeit geschaffen. «Diesen Konsens dürfen wir nicht preisgeben», betonte Gottfried Locher. «Freiheit ist Ko-sens in der Schweiz, das ist eine Errungenschaft von grösster Bedeutung. Freiheit ist Teil der helvetischen und der reformierten DNA. Aber dieser Konsens war und ist nicht selbstverständlich. Auch bei uns wirken Kräfte, die Freiheit und Eigenverantwortung demontieren wollen. Dagegen gilt es einzustehen, in Staat und Kirche, im Handeln und im Glauben – offen, klar und deutlich – zum Wohl aller Menschen in unserem Land».

Zürich – sozialer und demokratischer dank der Reformation

Auf die soziale Dimension der Reformation konzentrierte sich Stadtpräsidentin Corine Mauch. Mit der Aufhebung der Klöster, welche sich um die Armenpflege gekümmert hätten, sei das moderne Sozialwesen entstanden. «Oder um es in der Gedankenwelt der Reformation zu formulieren: Gottesfürchtig und christlich handeln, das heisst immer auch gerecht sein gegenüber den Armen.» Auch Regierungsrätin Jacqueline Fehr würdigte die Rolle der Reformation: «Ich bin Zwingli und den Reformatoren dankbar für Gedanken, mit denen sie unsere Gesellschaft gerechter und demokratischer gemacht haben.» Diese überragende Bedeutung der Reformation für den ganzen Kanton Zürich sei auch der Grund, warum Regierungsrat und Kantonsrat entschieden hätten, das Jubiläum nicht nur kirchlich, sondern auch von staatlicher Seite zu würdigen. «Das Jubiläum der Reformation schafft zudem eine wichtige Plattform für die Diskussion über das heutige Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften.»

Premiere: Lichtspektakel beim Grossmünster und Reformationstruck im HB Zürich

Für Kirchenratspräsident Michel Müller ist Tradition nicht Verharren in der Vergangenheit, sondern Kraftquelle für Innovation. «Neben den Fragen, wer wir sind und worauf wir gründen, müssen wir uns stets fragen, wer wir in Zukunft sein wollen.» Aus diesem Grund sucht die Reformierte Kirche Zürich in den nächsten zwei Tagen den Dialog mit der Bevölkerung. Der «Reformationstruck» macht auf seinem Weg durch 19 Länder und 67 Städte Europas in der Halle des Hauptbahnhofs halt. Neben dem Betrieb einer Druckerei kann die Bevölkerung die Ausstellung besuchen und an zwei öffentlichen Podien mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur teilnehmen. Rund um das Grossmünster erhellt eine Lichtinstallation von Gerry Hofstetter die Nacht. Bilder und die Silhouette von Zwingli werden projiziert. Das Kunstprojekt des Grossmünsterpfarrers Christoph Sigrist schreitet zudem die Orte der biografischen Achse von Zwingli ab.

Reden und Unterlagen zu Medienkonferenz und Festakt

Dokumentation Eröffnungsveranstaltung Bahnhofshalle 1

Dokumentation Eröffnungsveranstaltung Bahnhofshalle 2

Weitere Informationen

Slideshow vom 5. und 6. Januar

Fotos vom Anlass (SEK)

Fotos vom Festakt (Schattenwurf etc.)

Video

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