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Nein zum Konsumismus

Die Stimmberechtigten haben die Ladenöffnungsinitiative deutlich abgelehnt.

Die Stimmberechtigten im Kanton Zürich haben der vollständigen Deregulierung der Ladenöffnungszeiten eine deutliche Abfuhr erteilt! Ganz offensichtlich besteht kein Bedarf an längeren Ladenöffnungszeiten. Im Gegenteil: Die Menschen im Kanton Zürich zeigen mit diesem Ergebnis, dass sie sich nicht nur als Konsumentinnen und Konsumenten verstehen, sondern noch mehr als verantwortungsvolle Stimm­bürgerinnen und Stimmbürger, die auch das gesamtgesellschaftliche Wohl und die Anliegen des Verkaufs­personals ernst nehmen. Sie stehen für eine Freiheit ein, die allen zusteht.

Notfälle geschehen unvorhergesehen. Deshalb sind wir auf Notfalldienste wie Polizei oder Spital auch am Sonntag angewiesen. Einkäufe aber können wir im Voraus planen – und der Kanton Zürich bietet schon heute unzählige Möglichkeiten fürs Abend- oder Sonntags- Shopping, sind die Ladenöffnungszeiten im Kanton Zürich doch bereits stark dereguliert. Unter der Woche gibt es kaum Einschränkungen, und am Wochenende stehen für dringende Bedürfnisse viele Läden bei den Zentren des öffentlichen Verkehrs und an Tankstellen zur Verfügung.

Die grosse Mehrheit der Stimmberechtigten hat klar erkannt, dass es einen wichtigen Unterschied gibt zwischen Liberalisierung und Deregulierung. Die Initiative „Der Kunde ist König“ war eine Deregulierungsvorlage, die auf die vollständige Aufhebung aller Regelungen der Ladenöffnungszeiten abzielte – auf Kosten der Beschäftigten, der ganzen Gesellschaft und auch der Umwelt. Dies hätte einen weiteren Schritt zur Umwandlung des Sonntags in einen Werktag bedeutet und früher oder später uns alle getroffen. Eine liberale Gesellschaft nimmt jedoch Rücksicht auf soziale und ökologische Bedürfnisse.

Das klare Resultat ist sicher auch als Unterstützung der Stimmberechtigten für die kleinen Quartierläden und Detaillisten zu verstehen. Während die grossen Einkaufszentren ihren Umsatz mit längeren Öffnungszeiten vielleicht erhöhen könnten, kämen die kleinen Geschäfte weiter unter Druck und viele müssten wohl aufgeben.

Das breit abgestützte Komitee "Der Sonntag gehört mir!", dem auch Kirchenratspräsident Michel Müller angehört, wird dafür besorgt sein, dass die Zwängerei zur Deregulierung der Ladenöffnungszeiten nach diesem klaren Abstim­mungsresultat im Kanton Zürich auch auf nationaler Ebene ein Ende findet. Im Rahmen der Allianz „Freier Sonntag Schweiz" soll weiterhin das Wohl aller gegen die Interessen einiger weniger vertreten werden.

Der Sonntag als grundsätzlicher Ruhetag bleibt uns dank der klaren Willensäusserung einer grossen Mehrheit der Abstimmenden als Ruhetag erhalten. Das ist gut für die Gesellschaft, für die Gesundheit, für die Umwelt – und damit schliesslich auch für die Wirtschaft.

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