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Zürcher Bibelübersetzung

Zürcher Bibelübersetzung - Einzelheiten

Bereits 1524 erschien ein Nachdruck von Luthers Neuem Testament bei Froschauer in Zürich und zwar in einer sprachlich angepassten Form, die in der Eidgenossenschaft geläufig war. Da sich Luthers Übersetzung des Alten Testaments in die Länge zog, entschied man sich in Zürich, einen Teil des Alten Testaments unabhängig von Luther ins Deutsche zu übertragen. Im März 1529 lag die vollständige Zürcher Bibel vor, einschliesslich der Apokryphen. Diese wurden mit folgendem Untertitel eingeleitet: „Diss sind die Bücher, die by den Alten under biblische Gschrifft nit gezelt sind, ouch by den Ebräern nit gefunden.“ Die erste deutsche Vollbibel erschien zwei Jahre später erstmals in einem Band bei Froschauer in Zürich.

Die Sprache der Zürcher Bibel weist das Gepräge des damals von schweizerischen Schriftstellern (z.B. Ägidius Tschudy) gebrauchten Dialekts auf, ist also der Volkssprache nicht einfach gleich; bei Luthers Übersetzung verhält es sich ja ähnlich. In den folgenden Jahrhunderten setzte sich jedoch nicht eine schweizerische Schriftsprache durch. Behörden und Schriftsteller machten vermehrt von der verbreiteten hochdeutschen Schriftsprache Gebrauch. Daher wurde diese Sprache seit 1665 auch in der Zürcher Bibel verwendet.

Heutige Übersetzungen der Bibel ins Schweizerische
Zeitgenössische Übersetzer der Bibel in einen schweizerischen Dialekt (z.B. ins Berndeutsche [und Zürichdeutsche - TN]) rühmen sich zu Recht, mit ihrer Arbeit etwas Neues zu machen. Es handelt sich um Übersetzungen in Volkssprachen, d.h. in gesprochene und nicht in geschriebene Sprachen. In der deutschsprachigen Schweiz setzte sich nie eine schweizerische Schriftsprache durch. Nur am Rande gab es Schriftsteller, die ihre Werke in ihrer Mundart verfassten. Die Dialekte in der Schweiz blieben im Verlauf der Jahrhunderte aufgrund der politischen und konfessionellen Trennung isoliert, waren gleichzeitig aber nur Volkssprache.

Apokryphen
Die Zürcher Bibel ist noch heute mit [der von der Vulgata und von Luther übernommenen Auswahl von -TN] Apokryphen erhältlich, nur fehlen sie in den meisten Ausgaben. Als die Zürcher Bibel anfangs 20. Jh. nach dem Grundtext völlig neu übersetzt wurde, waren diese Apokryphen davon nicht ausgeschlossen.

Ch. Scheidegger am 14. Januar 2002 (bearb.)

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